-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------..................................................----------

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Entsetzen habe ich nachfolgende Nachricht der ehemaligen Beauftragen für Migration und Integration des Landkreises Barnim Frau Böttger erhalten, in der sie offensichtlich die neue Beauftragte Fr. Dr. Setzkorn gegen mich als Vorsitzende des Migrations- und Integrationsrates des Landes Brandenburg (MIR) aufzuwiegeln versucht.

Es ist für mich und die von mir vertretenen Migrantinnen und Migranten schockierend, wie herablassend über das in Kooperation mit dem Zentralrat der Muslime und der Jüdischen Gemeinde organisierte Jahrestreffen gesprochen wird. Die hierbei mir unterstellten Absichten sind unerhört.

Bemerkenswert ist dabei, dass Frau Böttger bis vor Kurzem noch Beauftragte war und dabei eigentlich die Unterstützung der Migrantinnen und Migranten zum Ziel haben müsste. Befremdlich ist zugleich, wie es sein kann, dass auf die neue Beauftragte, die noch nicht einmal die Chance hatte, sich beim gewählten Beirat für Migration und Integration vorzustellen, dieser Einfluss genommen wird.

Zurecht können wir Migrantinnen und Migranten erwarten, dass wir in unserer Arbeit Unterstützung und keine politisch motivierte Herablassung erfahren. Wir hoffen, dass der Landrat dies klären kann.

Gerade vor dem Hintergrund der jahrelang erlebten Diskriminierung in verschiedenen Facetten hoffe ich, dass dieser Vorfall aufgeklärt wird. 


Diana Sandler 

Vorsitzende       Migrations- und Integrationsrat Land Brandenburg e.V.


-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------..................................................----------

FEHLGELEITETE NACHRICHT BRINGT DAS FASS IM BEIRAT FÜR MIGRATION UND INTEGRATION ZUM ÜBERLAUFEN

Frust in der Vorweihnachtszeit

Miteinander ging verloren: Das alljährliche Familienkonzert, zu dem der Beirat für Migration und Integration einlädt - hier am vergangenen Sonnabend in Bernau - soll gegenseitiges Verständnis fördern. Doch im Barnim sind der Beirat und die Integrationsbea© Foto: Wolfgang Rakitin

Sabine Rakitin/ 06.12.2017, 06:42 Uhr


Bernau/Eberswalde (MOZ) Normalerweise müssten die Integrationsbeauftragte des Landkreises und ehrenamtlicher Beirat für Migation und Integration an einem Strang ziehen. Doch im Barnim gestaltet sich das Verhältnis zwischen beiden schwierig. Nun sorgt eine fehlgeleitete Nachricht für weitere Irritationen.

Das traditionelle Familienkonzert in der Vorweihnachtszeit, zu dem der Beirat für Migration und Integration des Landkreises Barnim seit mehreren Jahren in die Aula des Paulus-Praetorius-Gymnasiums einlädt, war auch am vergangenen Sonnabend gut besucht. Die jungen Musikerinnen und Musiker brachten eine breite Palette ihres Könnens zu Gehör, spielten Bach, Schubert und Vivaldi, sangen Songs von Leonard Cohen, Ed Sheeran und Andrew Lloyd Webber. Das Konzerterlebnis soll das gegenseitige Verständnis zwischen und das Miteinander von Zuwanderern und Alteingesessenen fördern. Doch was auf Alltagsebene immer besser gelingt, ist im kommunalpolitischen Raum eher schwierig.

Die Atmosphäre zwischen dem Beirat für Migration und Integration auf der einen und der Integrationsbeauftragten des Landkreises auf der anderen Seite ist bereits seit langem empfindlich gestört. Das hat zum einen damit zu tun, dass die Chemie zwischen den handelnden Personen - Integrationsbeauftragte war viele Jahre lang Marieta Böttger, der alte und neue Beiratvorsitzende ist der Landtagsabgeordnete von BVB/Freie Wähler, Péter Vida - nicht stimmte. Zum anderen sind aber offenbar auch unterschiedliche politische Auffassungen der Grund für die Differenzen.

"Die Beauftragte für Gleichstellung, Migration und Integration vermittelt Lösungsansätze für ein gutnachbarliches Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen und fördert durch ihre Tätigkeit den Abbau der Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten", wird die Stelle im Organigramm der Kreisverwaltung beschrieben. Doch die Zusammenarbeit mit dem Beirat für Migration und Integration, dessen Mitglieder gerade neu gewählt wurden, könnte sich auch unter der neuen Integrationsbeauftragten Sylvia Setzkorn als schwierig erweisen.

So wunderte sich Péter Vida darüber, dass diese auf mehrmalige Anfragen des Beirates erst sechs Wochen nach ihrer Berufung reagierte. Dass Vida unter Setzkorns Amtsvorgängerin Marieta Böttger nicht gelitten war, wusste er längst. Dass Böttger aber auch noch aus dem Ruhestand heraus gegen ihn und die stellvertretende Vorsitzende des Beirates, Diana Sandler, intrigiere und versuche, die neue Integrationsbeauftragte entsprechend zu beeinflussen, habe er nicht erwartet, sagt der Bernauer.

Eine Nachricht, die Marieta Böttger an ihre Nachfolgerin Sylvia Setzkorn per Whats App schickte, gibt Aufschluss darüber, dass das Misstrauen des Beiratsvorsitzenden und seiner Stellvertreterin wohl doch nicht so ganz unberechtigt ist. Unter Bezugnahme auf eine Einladung für das Brandenburger Migrantentreffen, das der Verein MIR - Dachverband der Migrationsbeiräte und Selbsthilfegruppen - zum nunmehr 23. Mal am Donnerstag im Potsdamer Landtag durchführt, schrieb Böttger an Setzkorn: "So viel dazu, was der MIR e.V. so macht, man beachte die Anzahl der Grußworte (Parteitag). Liebe Sylvia, Du siehst, wie eng Sandler und Vida zusammenarbeiten. Sie braucht ihn natürlich, um an und in den Landtag zu kommen. HG Marieta"

Pech für die einstige Integrationsbeauftragte, dass sie die Nachricht fehlleitete und neben der "lieben Sylvia" auch Diana Sandler zu den Empfängerinnen gehörte. Die beschwerte sich postwendend bei der neuen Integrationsbeauftragten des Landkreises, es sei schockierend, wie herablassend über das in Kooperation mit dem Zentralrat der Muslime und der Jüdischen Gemeinde organisierte Jahrestreffen gesprochen werde: "Die hierbei mir unterstellten Absichten sind unerhört." Die Migrantinnen und Migranten könnten erwarten, das sie in ihrer Arbeit "Unterstützung und keine politisch motivierte Herablassung erfahren. Wir hoffen, dass der Landrat dies klären kann". Abschließend heißt es in dem Schreiben Diana Sandlers: "Gerade vor dem Hintergrund der jahrelang erlebten Diskriminierung in verschiedenen Facetten hoffe ich, dass dieser Vorfall aufgeklärt wird". Eine Antwort aus dem Landratsamt steht noch aus.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------..................................................----------